„Altgediente“ und „Neue“ – begeistert von den Herausforderungen des DLG-Weizen-Anbauvergleichs Stand VA20/VA21

Auf den DLG-Feldtagen 2016 in Mariaburghausen stellen wieder 11 Teams (6 ausländische und 5 deutsche) auf dem Versuchsfeld im Stand VA20 ihre Anbauverfahren bei Winterweizen vor. Sie kommen aus Dänemark, Schweden, Polen Tschechien, Russland, der Schweiz, Österreich und natürlich Deutschland.

Deshalb gibt es seit Beginn der DLG-Feldtage im Jahr 1988 es für viele Besucher ein äußerst wichtiges Ziel: die Diskussion mit den Teilnehmern der Anbauvergleiche über deren Auffassungen zur Bestandesführung. Durch die auf eine kleine Fläche komprimierte Kompetenz aus verschiedenen Regionen Europas erfahren sie in kurzer Zeit das, was sonst nur mit einer mehrtägigen, tausende Kilometer langen Reise, möglich wäre.

Was aber motiviert die Teilnehmer immer wieder dazu, sich den Herausforderungen und Unwägbarkeiten eines neuen Standorts zu stellen? Was bringt „Neulinge“ dazu, sich daran zu beteiligen? Mit der Aufgabe, sich mit einer Variante als gefühlt „ortsansässiger Landwirt“ mit den anderen Teilnehmern zu vergleichen, sind immer gewisse Risiken verbunden. Es gibt in der Geschichte des Anbauvergleiches keinen Teilnehmer, der über Jahre hinweg an der Spitze des Wettbewerbs steht. Je nach Standort und Jahr sind verschiedene Teilnehmer mit ihren Anbauverfahren erfolgreich.

In der zweiten Variante, der Möglichkeit, den Besuchern heimatliche Anbauverfahren oder innovative Verfahrensschritte vorzustellen, ist es da schon einfacher.

Ein Beispiel für eine langjährige Teilnahme ist die Hochschule Anhalt in Bernburg-Strenzfeld. Seit 1988 ist dieses Team, anfangs vertreten durch Professor Georg Kratzsch, jetzt durch Joachim Schröder, ununterbrochen am Weizenvergleich vertreten.

Mit der speziellen „Bernburger Anbaustrategie für Qualitätsweizen“ demonstriert die Hochschule eine beispielhafte Bestandesführung für Schwarzerdestandorte. Dabei handelt es sich bekanntlich um Trockenstandorte mit ausgeprägter Vorsommertrockenheit, weshalb auf eine wassersparende Arbeit mit dem Pflanzenbestand hinausläuft. Der Einzelährenertrag nicht zu dichter Bestände steht im Vordergrund.
Die Adaption dieses Verfahrens mit leistungsfähigen E-Weizensorten an die unterschiedlichen Bedingungen der verschiedenen Feldtagestandorte gelingt nicht immer, bringt jedoch wertvolle Erkenntnisse für die weitere Arbeit.

Erst seit Kurzem dabei ist die russische Mannschaft aus Krasnodar. Seit 2012 vertritt Sergej Levshtanov den Kuban, die Kornkammer am Nordkaukasus, auf den DLG-Feldtagen. Das milde Klima und die guten Böden haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den mitteleuropäischen Feldtagestandorten. Er hat sich bisher mit einheimischen Sorten und den dazu gehörigen ortsüblichen Anbauverfahren dem Wettbewerb gestellt.
Diese, für unsere Verhältnisse sehr frühreifen Sorten, verbunden mit – aus mitteleuropäischer Sicht - extensiven Anbauverfahren, brachten bisher weder ertraglich noch wirtschaftlich den erhofften Erfolg im Wettbewerb mit den anderen Mitstreitern. Trotzdem lässt sich Levshtanov nicht entmutigen und versucht in diesem Jahr sein Glück mit standortangepassten deutschen Sorten.

Beide vereint das Interesse am wissenschaftlich-praktischen Gedankenaustausch in der Feldtage-Atmosphäre. Drei Tage gemeinsam mit europäischen Fachkollegen auf einem Feld: bereits das ist einzigartig. Noch mehr aber bringt beiden Experten die Diskussion mit den Besuchern der DLG-Feldtage, die überaus interessiert die Details der vorgestellten Anbauverfahren erfragen und mit eigenen Erfahrungen vergleichen. Das wollen weder die altgedienten Profis, noch die neu dazugekommenen Mitstreiter missen. Hier hat sich eine kleine „DLG-Expertenfamilie“ gefunden, die trotz aller Unwägbarkeiten des Wettbewerbs sich immer wieder auf die nächste Veranstaltung freut.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Reinhard Rossberg
+49/ (0) 69 / 24788-314
r.rossberg(at)DLG.org

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