Weizen- und Rapsanbau im internationalen Vergleich

Pflanzenbauexperten aus acht Ländern präsentieren auf den DLG-Feldtagen 2016 ihre Anbaustrategien

(DLG). Pflanzenbauexperten aus acht Ländern präsentieren auf den DLG-Feldtagen 2016 auf Gut Mariaburghausen in Haßfurt (Unterfranken) Anbaustrategien für den Weizen- und für den Rapsanbau. Damit erhalten die Besucher die einzigartige Gelegenheit, unterschiedlichste Anbauphilosophien aus verschiedenen europäischen Anbaugebieten sowie aus Deutschland kennenzulernen, diese mit den Experten direkt am Pflanzenbestand zu diskutieren und Schlussfolgerungen für den eigenen Raps- und Weizenanbau abzuleiten. Die Experten kommen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz und Tschechien.
 
Elf Teams aus Dänemark, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz, Tschechien und Deutschland beteiligen sich jeweils mit zwei Varianten am Weizenanbauvergleich. In der Wettbewerbsvariante schlüpfen die Teilnehmer in die Rolle des Landwirts und streben nach der höchsten direktkostenfreien Leistung am Standort. Die Experimentalvariante ist dafür bestimmt, ein aus Sicht des Teilnehmers interessantes Verfahren vorzustellen. Mit der vielfältigen Gestaltung der Anbauverfahren (Sorte, Saatverfahren, Düngung, Pflanzenschutz) wird den differenzierten Anforderungen der Märkte entsprochen.
 
Die Teilnehmer am Winteranbauvergleich 2016:
 
  • Kathleen Brehmer, Institut für Bodenkultur, Schackenthal
  • Johannes Brunner, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
  • Markus Bopp, Strickhof Beratungsdienst, Schweiz
  • Prof. Ing. Jan Kren, Institut für landwirtschaftliche Forschung, Tschechien
  • Sergey Levsthanov, Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Krasnodar, Russland
  • Mazowiecki Ośrodek und Jacek Kalwa, Doradztwa Rolniczego Poświętne, Plonsk, Polen
  • Klaus Merkel, Gut Mariaburghausen, Haßfurt
  • Ulrike Nickl, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising
  • Joachim Schröder, Hochschule Anhalt (FH), Bernburg
  • Troels Toft, Patriotisk Selskab, Odense, Dänemark
  • Nils Yngveson, HIR Malmöhus, Bjärred, Schweden
 
Beim Rapsanbauvergleich ringen acht Teams aus Frankreich, Polen, Schweden, Tschechien und Deutschland um den bestmöglichen Ölertrag. Die Experten haben neben der Wirtschaftlichkeit ihres Verfahrens zusätzlich umweltrelevante Herausforderungen zu beachten, besonders den Nährstoffüberhang nach der Ernte. Die abschließende Beurteilung der Verfahren erfolgt anhand der Stickstoffbilanzierung, die nach der Ernte durch Berechnung des N-Entzuges sowie Nmin-Proben festgestellt wird.
 
Die Teilnehmer am Rapsanbauvergleich 2016
 
  • Alois Aigner, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising
  • Dr. Petr Baranyk, SPZO, Prag, Tschechien Republik
  • Kathleen Brehmer, Institut für Bodenkultur und Pflanzenbau e.V., Schackenthal
  • Johannes Brunner, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
  • Albin Gunnarsson, Svensk Raps AB, Alnarp, Schweden
  • Hubert Hébinger, CETIOM, Dijon, Frankreich
  • Klaus Merkel, Gut Mariaburghausen, Haßfurt
  • Janusz Sychowicz, Mazowiecki Ośrodek Doradztwa Rolniczego Poświętne w Plońsku, Polen
 
Teilnehmer stehen im Wettbewerb untereinander
Neben dem wichtigsten Ziel, die Vielfalt der in Europa praktizierten Verfahren darzustellen, erfährt die Tatsache, dass die Teilnehmer der Vergleiche untereinander im Wettbewerb stehen, besondere Aufmerksamkeit. Die Anbauverfahren werden nicht nur als Demonstrationsparzellen während der DLG-Feldtage beispielhaft dargestellt. Alle Verfahren müssen sich bis zur Ernte in einem exakten Feldversuch bewähren. Mit der Kornernte werden Ertrag und Kornqualität, die den Verkaufspreis bestimmen, ermittelt. Den daraus errechneten Erlösen werden die Verfahrenskosten gegenübergestellt und die direktkostenfreie Leistung der Verfahren ermittelt. Damit ist für die Besucher überprüfbar, wie gut die Teilnehmer mit den Bedingungen des Standortes zurechtgekommen sind, und wie sie die vorab kommunizierte Zielstellung (Qualitäts- und Ertragsziele) erreicht haben.
 
Die gründliche Dokumentation aller Maßnahmen ist ein wichtiger Arbeitsschritt. Hieraus werden die Daten für die Auswertung und Beurteilung der Verfahren gesammelt. Die Informationen stehen den Besuchern auf den DLG-Feldtagen an den Ständen der Teilnehmer der Anbauvergleiche als Parzellenbeschriftung und als kostenlose Broschüre zur Verfügung. Unterstützt wird die DLG hierbei vom Unternehmen FarmFacts.
Den Abschluss der Versuchsdurchführung bildet die betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie basiert auf einem Preis- und Kostengerüst, das die Bedingungen der Anbauregion widerspiegelt. Die Offenlegung dieser Stammdaten ermöglicht den Besuchern einen Vergleich mit dem eigenen Betrieb. Beurteilt werden der Ertrag und die direktkostenfreie Leistung. Die Beurteilung einzelner Maßnahmen ist aufgrund der unterschiedlichen Wechselwirkungen einzelner Faktoren und Umweltbedingungen nicht möglich und auch nicht das Ziel dieser Vergleiche. Für die fachgerechte Versuchsdurchführung und die biometrische Auswertung stehen den DLG-Mitarbeitern Prof. Dr. Bernd Honermeier von der Universität Gießen und Dr. Andreas Büchse von der BASF SE Limburgerhof zur Seite.
 
Die DLG-Feldtage finden vom 14. bis 16. Juni 2016 statt. Sie werden von der DLG in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (München), der BayWa AG (München) und der Vereinigten Hagelversicherung VVaG (Gießen) durchgeführt. Als Fachpartner fungieren die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Gülzow), die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (Berlin) und die Südzucker AG (Mannheim).
 
Interessenten erhalten weitere Informationen zu den Vergleichen der europäischen Winterweizen- und Rapsanbauverfahren auf den DLG-Feldtagen 2016 bei der DLG. Ansprechpartner ist Dr. Reinhard Roßberg, Tel.: 069/24788-314 bzw. E-Mail: r.rossberg@dlg.org.
 
Weitere Informationen zu den DLG-Feldtage 2016: www.dlg-feldtage.de
 

Ansprechpartner für die Presse:

Friedrich W. Rach
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f.rach(at)dlg.org