DLG


Informationszentrum "Feldroboter"


Die Automatisierung landwirtschaftlicher Prozesse hat in den letzten Jahren zu teilautonomen intelligenten Anwendungen geführt; Beispiele sind automatische Lenksysteme zur Fahrerassistenz oder die sensorgesteuerte Düngung. Die Nutzung der technologischen Fortschritte in der Informatik, Elektronik und Sensorik ist eine Schlüsselkomponente moderner Agrartechnik mit höchster Relevanz für die globalen Herausforderungen Ernährung, Energie und Landschaftspflege. Innovative autonome Feldroboter stellen dabei eine Zukunftsoption dar. Die Gestaltung dieser Technologien kann sowohl aus ökonomischen als auch ökologischen Gesichtspunkten vorteilhaft sein und für den landwirtschaftlichen Hochtechnologie-Produktionsstandort Europa eine zentrale Rolle spielen.

Der Blick zurück
Die Entwicklung von unbemannten Landmaschinen begann im Jahr 1964 mit der automatischen Pflugmaschine „Agri-Robot“ der Firma Eicher. Diese Pflugmaschine konnte ohne Bedienpersonal arbeiten. Eicher baute dazu einen 40 PS Einachsschlepper, der an einem Ende einen linkswendenden, am anderen einen rechtswendenden einfurchigen Beetpflug trug.

Zur Steuerung wurde an den Vorgewenden des Feldes Querfurchen gezogen, am Feldende ein Pfahl eingeschlagen. Mechanische Taster übernahmen das Umsteuern der Fahrtrichtung bei Ertasten der Querfurchen, bei Erreichen des Pfahls schaltete ein ebenfalls mechanischer Taster die Maschine ab. Der Agri-Robot blieb einfurchig, denn größere Wendemanöver waren damals steuerungstechnisch nicht zu lösen.


Der Mensch denkt – autonome Feldroboter fahren
An Hochschulen und in Unternehmen wird an der Forschung im Bereich autonomer Feldroboter gearbeitet. Durch die Integration intelligenter Systeme, geringer Gewichte oder die kooperative Zusammenarbeit in Roboterschwärmen entstehen Alternativen zum aktuellen Stand der Landtechnik. Erste Roboterplattformen wurden als Demonstratoren entwickelt und werden auf den DLG-Feldtagen 2010 als erster Blick in die Zukunft vorgeführt.

Manches wirkt noch sehr spielerisch, wie die autonomen Plattformen der Studenten beim jährlichen International Field Robot Event (2010 in Braunschweig-Vökenrode). Die DLG hatte auf der Agritechnica 2007 als weltweit erste Agrarausstellung autonome Feldroboter präsentiert. Bei den DLG-Feldtagen 2010 steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund – dargestellt werden sollen die spezifischen Technologien und Fähigkeiten eines Roboters und die daraus resultierenden Optionen für die Zukunftstechnologie Landtechnik. Vorstellbar wäre z.B. ein für die Pflanzen optimaler Bodenbereich im Gegensatz zu den für die derzeitigen Landmaschinen optimalen Reihenkulturen.

Informationstechnik für den Landwirt
Autonome Feldroboter sind aber keine reine Zukunftsmusik. Durch die Informationstechnik ist es bereits heute möglich, ganze Prozessabläufe zu regeln.
Am Beispiel der Grünfutterernte soll dies dem Besucher deutlich gemacht werden. Durch die Automatisierung können beispielsweise Produktivitätssteigerungen erzielt und bei Störfällen schneller und effizienter reagiert werden. Weiterhin kann durch die elektronische Dokumentation die Entscheidungsbasis für Managementprozesse deutlich verbessert werden.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Wilfried Wolf
+49/ (0) 69 / 24788-272
w.wolf(at)dlg.org