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Ökolandbau: Den Ackerbau resilienter und effizienter machen

Der Ökolandbau verbindet Ertragssicherheit mit Bodenschutz und Ressourcenschonung . Innovative Anbausysteme und präzise mechanische Verfahren sind der Schlüssel, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, den Arbeitsaufwand zu reduzieren und die Anpassungsfähigkeit der Betriebe zu erhöhen. Das Spotlight Ökolandbau bei den DLG-Feldtagen 2026 zeigt mit Dammkultur, kameragestütztem Hackenund dem Gemengeanbau drei Ansätze die das Potenzial haben, den Ökolandbau widerstandsfähiger und wirtschaftlich tragfähig zu entwickeln.

Der Ausstellungsbereich Ökolandbau auf den DLG-Feldtagen 2026 richtet sich an alle Interessierte, die sich über aktuelle Entwicklungen, Verfahren und Markttrends im Öko-Ackerbau informieren möchten. Besucherinnen und Besucher profitieren von einem kompakten Überblick über praxistaugliche Lösungen für zentrale Herausforderungen wie Klimaanpassung, mechanische Unkrautregulierung, Bodenfruchtbarkeit und Arbeitswirtschaft.

Das Spotlight Ökolandbau verbindet Technik, Anbauverfahren und Fachwissen und ermöglicht den direkten Austausch mit Expertinnen und Experten. Besucherinnen und Besucher erhalten Impulse für betriebliche Entscheidungen, können Verfahren vergleichen, Innovationen einordnen und Perspektiven für eine wirtschaftlich und ökologisch tragfähige Weiterentwicklung ihrer Betriebe gewinnen.

Dammkultur als Antwort auf den Klimawandel

Ein Fokus des Spotlight Ökolandbau liegt auf der Dammkultur als einer Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Denn dieser konfrontiert den Ökolandbau mit längeren Trockenphasen, häufigeren Starkniederschläge und steigenden Temperaturen. Dies führt einerseits zu unsicherer Wasserverfügbarkeit, frühzeitiger Bodenaustrocknung und steigert andererseits dasErosionsrisiko. Böden verlieren schneller ihre Struktur und Fruchtbarkeit, insbesondere durch Verdichtung und Verschlämmung. Für den Ökolandbau verschärft sich damit die Herausforderung, Erträge und Qualitäten zu sichern.

Die Dammkultur stellt den Boden in den Mittelpunkt. Durch dauerhafte, nicht rückverfestigte Dämme wird ein lockerer, gut durchlüfteter und tief durchwurzelbarer Raum geschaffen. Eine gezielte Tiefenlockerung als erster Schritt bricht Verdichtungshorizonte, fördert die Wurzelentwicklung und verbessert den kapillaren Wassertransport. Aussaat, Pflege und Unkrautregulierung erfolgen mechanisch auf den Dämmen mit wenigen, multifunktionalen Geräten. Die Dammpflege unterbricht dabei gezielt die Kapillarität an der Oberfläche und wirkt wie eine Mulchschicht gegen Verdunstung.

Dieses Anbausystem erhöht die Wasserhaltefähigkeit bei Trockenheit und die Infiltration bei Starkregen, wodurch Erosion und Staunässe vermindert werden. Das aktive Bodenleben, das besondere Mikroklima zwischen Dammkrone und -sohle sowie die verbesserte Durchwurzelung können die Nährstoffverfügbarkeit, Pflanzengesundheit und Wurzelleistung deutlich steigern. In der Praxis zeigen sich stabile bis deutlich höhere Erträge (bis zu 10 % und mehr, bei Leguminosen teils bis 30 %) und bessere Qualitäten, etwa höhere Proteingehalte, bei gleichzeitig geringerem Dieselverbrauch und weniger Überfahrten. Damit kann die Dammkultur dem Ökolandbau ein resilientes, bodenaufbauendes System bieten, das Ertragssicherheit, Ressourcenschonung und Anpassung an Wetterextreme wirkungsvoll verbindet.

Hacken: Wirksam Unkraut regulieren in Getreide und Blattfrüchten

Mechanische Unkrautregulierung ist zentraler Erfgsfaktor im Ökolandbau. Gleichzeitig ist sie arbeitsintensiv – insbesondere bei Blatt- und Halmfrüchten wie Gemüse, Zuckerrüben oder Getreide. Ein wesentlicher Engpass ist die hohe Handarbeitsbelastung, vor allem innerhalb der Pflanzenreihe, die zu schwierigen Arbeitsbedingungen und hohen Kosten führt. Klassische Verfahren wie Striegeln stoßen auf schweren oder verschlämmungsanfälligen Böden sowie bei starkem Beikrautdruck an ihre Grenzen. Um Arbeitswirtschaft, Schlagkraft und Regulierungserfolg zu verbessern,  bergen präzise, automatisierte Hackverfahren großes Potenzial.

Kameragestütztes Hacken basiert auf einer exakten Saat als Grundvoraussetzung: gerade Reihen, gleichmäßige Ablage und ebene Bodenverhältnisse sind entscheidend. Kamerasysteme erkennen die Kulturpflanzenreihen (und teils auch einzelne Pflanzen) und steuern über einen Verschieberahmen die Hackwerkzeuge präzise zwischen – und zunehmend auch innerhalb – der Reihen. Je nach System steuern optische Sensoren, KI-gestützte Bilderkennung, Ultraschall oder satellitengestützte Spurführung die Hacke. Damit lassen sich Hackarbeiten bei höheren Geschwindigkeiten und mit geringem Abstand zur Kultur durchführen. Besonders bewährt ist das Verfahren bei angepassten Reihenabständen sowie in Kombination mehrerer Maßnahmen, etwa Hacken und nachfolgendes Striegeln. Grenzen bestehen je nach eingesetzter Technik bei sehr dichtem Pflanzenbestand, starkem Schattenwurf, Staub, Wind oder unzureichender Sicht auf den Boden.

Der zentrale Vorteil kameragestützter Hacktechnik liegt in der deutlich höheren Präzision: Je näher unkrautfrei an der Kultur gearbeitet werden kann, desto geringer ist der spätere Handarbeitsaufwand. Gleichzeitig steigt die Flächenleistung durch höhere Fahrgeschwindigkeiten, und Fahrerinnen und Fahrer werden spürbar entlastet. Damit verbessert sich sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Attraktivität arbeitsintensiver Kulturen im Ökolandbau. Dem stehen höhere Investitions- und Verfahrenskosten gegenüber, weshalb sich der Einsatz besonders dort lohnt, wo viel Handhackarbeit anfällt oder ein hoher Beikrautdruck besteht. Kameragestütztes Hacken ist ein wichtiger Baustein, um mechanische Unkrautregulierung effizienter, pflanzenschonender und zukunftsfähiger zu gestalten.

Erträge und Wirtschaftlichkeit steigern mit Gemengeanbau

Ein weiteres Thema des Spotlight Ökolandbau bei den DLG-Feldtagen 2026 ist der Gemengeanbau. Denn Gemenge bieten Potenziale für höhere Erträge und wirtschaftlicheren Öko-Ackerbau. Höherer Managementanspruch bei Anbau und Vermarktung und fehlende Erfahrungen bremsen den Gemengeanbau derzeit. Herausforderungen bestehen vor allem bei der Aussaat, da die Gemengepartner unterschiedliche Anforderungen an Saattiefe, Saatzeit und Bestandesdichte haben. Hinzu kommen ein höherer Arbeitsaufwand sowie technische Hürden bei der Ernte und Aufbereitung, insbesondere bei Speiseware mit hohen Qualitätsanforderungen. Auch die Wirtschaftlichkeit ist nicht automatisch gegeben, da höhere Flächenerträge durch zusätzliche Kosten und stark differierende Marktpreise der Gemengepartner relativiert werden können.

Beim Gemengeanbau werden zwei oder mehr Kulturen zeitgleich auf derselben Fläche angebaut und gemeinsam geerntet, häufig mit der Option einer nachträglichen Trennung. Bewährt haben sich klassische Kombinationen aus Getreide und Körnerleguminosen, zunehmend auch mit Winterformen zur besseren Nutzung von Winterfeuchte und zur Risikominderung bei Trockenstress. Die Ausgestaltung des Gemenges – Artenwahl, Mischungsverhältnis und Saattechnik – muss standort- und betriebsindividuell erfolgen und in die Fruchtfolge, Vermarktung und Technik passen. Besonders erfolgreich ist der Gemengeanbau dort, wo die Ernte innerbetrieblich genutzt wird (Futter, Biogas) oder wo sich Gemenge gezielt zur Absicherung anspruchsvoller Kulturen oder zur besseren Stickstoffnutzung einsetzen lassen. Ein schrittweiser Einstieg über kleine Flächen und eigene Versuche gilt als sinnvoller Weg.

Getreide-Leguminosen-Gemenge können im Vergleich zu Reinsaaten 5 bis 15 Prozent höhere Gesamterträge erzielen und die Fläche effizienter nutzen. Sie unterdrücken Unkraut besser, senken das Anbaurisiko bei Wetterextremen und stabilisieren die Erträge. Durch die Kombination stickstofffixierender Leguminosen mit Nicht-Leguminosen wird die Nährstoffversorgung verbessert und die Nitratauswaschung reduziert. Gleichzeitig fördern strukturreiche Bestände die Biodiversität, bieten Lebensräume für Insekten und Feldtiere und unterstützen Nützlinge bei der natürlichen Schädlingsregulation. Der Gemengeanbau hat hohes Potenzial ein wichtiges Instrument des Ökolandbaus zu sein um Produktivität, ökologische Leistungen und Klimarobustheit miteinander zu verbinden.

DLG-Spotlight „Ökolandbau“ zeigt Innovationen im Öko-Ackerbau

Das Spotlight „Ökolandbau“ auf den DLG-Feldtagen 2026 bietet praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Öko-Ackerbau. Im Fokus stehen die Dammkultur als bodenaufbauendes und klimaresilientes Anbausystem sowie das kameragestützte Hacken zur effizienten mechanischen Unkrautregulierung in Blatt- und Halmfrüchten. An Parzellen werden diese Verfahren und Kulturen anschaulich demonstriert inklusive der eingesetzten Technik und Kulturführung.

Darüber hinaus profitieren Besucherinnen und Besucher von fundierter Beratung und direktem Austausch: Fachberater und Experten vermitteln Wissen zu Sortenwahl, Nährstoffmanagement und Anbaustrategien. Popup Talks, Diskussionsrunden zu Bio-Märkten sowie geführte Exkursionen in das Öko-Versuchsfeld der Landesanstalt für Landwirtschaft Sachsen-Anhalt vertiefen die Inhalte und bieten Orientierung für bestehende Ökobetriebe, Umsteller und Interessierte. Das Spotlight bündelt damit Wissen, Praxisbeispiele und Dialog, um konkrete Entscheidungshilfen für einen zukunftsfähigen Ökolandbau zu liefern.